Herbstmorgen

 
 
 



Grau die Nebel wieder wallen,
dampfen in des Morgens Schein,
keine Schritte hört man hallen,
tiefes Schweigen hüllt uns ein.


Bunt die Blätter niederfallen
von den Bäumen ohne Zahl,
flüsternd sich am Boden ballen,
wenn der Wind weht durch das Tal.


Kühl und feucht die Luft sich breitet
wie ein Netz auf Haut und Haar,
jähes Frösteln sie begleitet;
ach, wie schön der Sommer war!


Leise rauschen die Gefieder,
tragen fort die Vogelschar;
lange kehren sie nicht wieder
bis der Lenz ruft nächstes Jahr.


Heimwärts schreiten wir versunken,
Hand in Hand im trüben Licht.
Herzen, die von Liebe trunken,
fürchten auch den Winter nicht.



26.09.2003

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